Dänemark und andere skandinavische Staaten wollen langfristig das Bargeld in ihren Ländern abschaffen oder es nur noch im eingeschränkten Rahmen zulassen. Ein Modell für Deutschland? Wohl kaum, denn der Deutsche zahlt auch im Jahr 2015 immer noch am liebsten in bar – Tendenz kaum zurückgehend.

Auch wenn Online-Handel, -Shopping und -Banking und Zahlungsmittel wie PayPal im Aufwind sind, halten 80% der Deutschen nichts von der Abschaffung des Bargelds. Ökonomen setzen sich für die Abschaffung von Barschaften ein, um Kosten zu sparen, z.B. für Drucke, Prägung, Transporte und Lagerung, und als Mittel gegen kriminelle und Schwarzmarktgeschäfte, die weitgehend in bar getätigt werden. Auch der Drogenhandel, Geldwäscherei und Steuerhinterziehung würde damit deutlich geringer ausfallen, so die Wirtschaftsfachleute.

Der Großteil der Bevölkerung sieht das anders. Bargeld ist sinnlich und handfest sowie weitaus krisenfester und vertrauenswürdiger, so die landläufige Meinung. Münzzahlung in Automaten würde entfallen, aber auch das berühmte Trinkgeld für Servicekräfte oder der Groschen im Hut des Bettlers oder Straßenmusikers – oder in der Sammelbox für den guten Zweck. 74% aller Deutschen lehnen die Abschaffung des Bargelds deshalb ab!

Bargeldzahlung in Deutschland immer noch weit verbreitet

Außerdem ist der bargeldlose Verkehr im Gegensatz zu anderen EU-Ländern im allgemeinen Leben noch weitaus weniger verbreitet. Mit Kreditkarten wie Visa und Master Cards kann man meistens nur bei Hotels, Flughäfen, Tankstellen und ähnlichen Knotenpunkten zahlen, ansonsten beschränkt sich die Akzeptanz auf den Online-Handel. Dafür sind hierzulande eher Maestro- und EC-Cards verbreitet – aber Vorsicht, viele Geschäfte oder Restaurants im ganzen Land – auch in Touristenzentren – nehmen immer noch ausschließlich Bargeld!

Im Einzelhandel wie Kaufhäusern und Supermärkten werden viele Großeinkäufe über EC-Karten abgewickelt, aber 53% bezahlen immer noch bar. Auch wenn sich der bargeldlose Verkehr in den letzten 20 Jahren verdreifacht hat, werden gerade kleine Einkäufe in Märkten und Drogerie immer noch mit Bargeld getätigt. In ganz Deutschland werden aber immer noch 80% aller Transaktionen in bar abgewickelt.

Gerade der Euro hat sich als Bargeld mittlerweile längst auch als Währung außerhalb der EU etabliert. Auch in Nicht-Euro-Ländern wie Skandinavien, der Schweiz, Osteuropa, der Türkei und selbst in Argentinien werden Euromünzen und -scheine als Zweitwährung akzeptiert.

Abschaffung des Bargelds in Deutschland unwahrscheinlich

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels lehnt die Abschaffung von Bargeld strikt ab. Denn für die Händler ist es der günstigste Zahlungsweg. Bei der Girocard sind 0,25 bis 0,3 Prozent vom Umsatz fällig, bei der Kreditkarte müssen die Händler sogar drei Prozent an die Kreditkartenfirmen abführen. Allerdings ist das Bargeld auch nicht mehr so günstig, seit die Bundesbank ihr Filialnetz deutlich ausgedünnt hat und der Handel verstärkt auf private Geldtransportfirmen angewiesen ist.

Datenschützer mokieren dazu, dass ohne Bargeld jegliche Transaktion eines Bürgers nachvollziehbar und leicht zu orten wäre. Das Recht auf anonymes, selbstbestimmtes Bezahlen würde damit ebenfalls komplett abgeschafft werden.

Was haltet ihr von dieser Diskussion? Könntet ihr komplett auf Bargeld verzichten, oder haltet ihr die Abschaffung für überflüssig? Und welche bargeldlosen Zahlungsmittel bevorzugt ihr so? Schreibt uns eure Meinung dazu auf Xviser.de – dem Bewertungsportal für alle wichtigen Dinge des Lebens, bei dem ihr weder bar noch online bezahlen müsst, sondern mit euren Kritiken von vielen Vorteilen profitieren könnt!

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