Selfies gehören längst zum Alltag, und vor allem im Urlaub, auf Reisen und bei Ausflügen lichten sich Kamera-, Tablet- und Smartphone-Besitzer gerne mal sich und ihre Liebsten vor einer Sehenswürdigkeit ab – ob dem Pariser Eiffelturm, dem Brandenburger Tor, einem Fußballstadion oder einem beliebigen Museumsgebäude. Doch damit könnte bald Schluss sein – und der unbedachte Self-Poster empfindlich abgestraft werden!

Das Ende der unbekümmerten Urlaubs-Selfies?

Die EU will jetzt die sogenannte Panoramafreiheit in Deutschland und vielen anderen Staaten empfindlich einschränken. Hintergrund ist das Posten von „Inhalten mit fremdem Copyright“, zu denen neben Bildern, Filmen, Musik und Literatur auch Architektur und Bauten gehören. Und wer seinen Selfie selbstbewusst im Internet und auf seinen Social-Media-Kanälen postet, soll deswegen künftig für Fotos abgemahnt werden können, die solche Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigen, selbst als Ausschnitt. Die Urheberrechtsverletzung kann mehrere tausend Euro kosten.

Die Panoramafreiheit besagt, dass jeder öffentliche Gebäude und Kunstwerke fotografieren und diese Bilder auch für kommerzielle Zwecke verwenden kann. Damit war es also auch legal, ein Selfie vom Hundertwasserturm in Abensberg zu schießen und anschließend auf Facebook zu posten. Nutzer fürchten nun, dass diese Bilder bald zum Problem werden. Was viele nicht wissen: Die meisten Bilder sind bereits jetzt schon verboten.

Selfies vor dem Centre Pompidou bereits verboten

Wer in Frankreich die Kamera zückt und seine Bilder bei Facebook postet, schwebt bereits jetzt in Gefahr, wegen einer Urheberrechtsverletzung abgemahnt zu werden. Grund dafür ist das Schutzlandgesetz, das besagt, dass immer das Recht desjenigen Staates anzuwenden ist, für dessen Gebiet der Schutz beansprucht wird.

Da die Panoramafreiheit dort eingeschränkt ist, dürfen also auch deutsche User nicht ohne Zustimmung des Urhebers Bilder von neueren Gebäuden wie dem Centre Pompidou auf Facebook hochladen. Ob in der Praxis wirklich eine Abmahnung ins Haus flattert, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

In diesen Fällen wird das Urheberrecht verletzt

Von der neuen Regelung ist selbstverständlich nicht jedes Gebäude und Kunstwerk betroffen. Eine Urheberrechtsverletzung liegt nämlich nur dann vor, wenn der Urheber des Objekts noch keine 70 Jahre verstorben ist. Wer also ein Selfie vor dem Münchner Olympiastadion knipsen will, sollte auf der Hut sein. Ein Schnappschuss vor dem Brandenburger Tor ist allerdings erlaubt.

Problematisch ist die Einschränkung der Panoramafreiheit dennoch. Das bedeutet, dass man jedes Urlaubsfoto prüfen müsste, ob es ein Gebäude oder öffentliches Kunstwerk zeigt und ob dieses Werk urheberrechtlich geschützt ist.

Explizit verboten ist der Post auf Facebook

Nutzer, die lediglich einen Schnappschuss für ihr privates Fotoalbum möchten, dürfen selbstverständlich auch nach einer Einschränkung der Panoramafreiheit zur Kamera greifen.
Problematisch wird das Selfie erst dann, wenn es in sozialen Netzwerken wie Facebook hochgeladen wird. Entsprechend der Nutzungsbedingungen räumt der User Facebook nämlich das Recht ein, seine Bilder auch kommerziell zu nutzen.

Diese Strafe droht für die Urheberrechtsverletzung

Sollte der Verschlag tatsächlich angenommen werden und ein neues Gesetz beschlossen werden, würden Nutzern, die dagegen verstoßen, teils hohe Strafen drohen. Das betrifft aber vor allem jene User, die die betreffenden Bilder tatsächlich im gewerblichen Kontext nutzen. In diesem Fall ist mit einer Strafe von einigen tausend Euro zu rechnen.

Aber auch wer lediglich seine Urlaubsbilder auf Facebook hochlädt, muss mit einer Abmahnung rechnen. Hier könnten einige hundert Euro anfallen. Kritiker sehen bereits ein neues lukratives „Arbeitsfeld“ für dubiose Abmahnanwälte, die sich bereits auf das Verklagen von Nutzern illegaler Musik, Filme und Bilder spezialisiert haben-

Zu beachten ist, dass solche Gesetze auch rückwirkend gelten. Sollte es zu einer Einschränkung der Panoramafreiheit in Deutschland kommen, sollten Nutzer also ihre Profile in den sozialen Netzwerken prüfen und betreffende Bilder rechtzeitig löschen.

Gesetzentwurf noch Jahre entfernt

Bisher ist allerdings noch keine Panik angebracht, denn noch sind wir einige Jahre davon entfernt, dass es tatsächlich ein Gesetz wird. Bisher handelt es sich nur um einen Vorschlag, der eventuell in einen Bericht zur einheitlichen Regelung der Urheberrechtsverletzung aufgenommen wird. Kritiker und Gegner wie die Piraten-Partei haben bereits eine Online-Petition gegen dieses Gesetz gestartet.

Was haltet ihr von dieser Idee? Und wie handhabt ihr es mit euren Urlaubsselfies? Werdet ihr vorsichtiger sein, falls dieses Gesetz in Kraft treten sollte? Wir sind gespannt auf eure Postings und Meinungen dazu auf Xviser.de – dem Bewertungsportal für die schönsten Dinge des Lebens, ob mit oder ohne Bildern.

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